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Die Regionalliga-Basketballer der BG Lintfort gewinnen ihr erstes Heimspiel seit März 2020 gegen den Barmer TV letztlich deutlich. Doch es braucht 20 Minuten, bis sich alle Corona-Fesseln bei den Lintfortern lösen.

Es war das erhoffte Wiedersehen. Rund 250 Fans – viel mehr hätten es in der Glückauf-Halle aufgrund der Corona-Bestimmungen auch nicht sein dürfen – konnten sich am Ende freuen. Die Regionalliga-Basketballer der BG Lintfort haben nach rund 20 Monaten Zwangspause mal wieder ein Erfolgserlebnis in einem Pflichtspiel feiern dürfen. Mit 76:53 (30:32) bezwang das Team von Coach Tobias Liebke am Samstagabend den Barmer TV. Doch eine Halbzeit brauchte es, bis die Gastgeber zu ihrem Spiel gefunden hatten.

Denn nach 20 Minuten Spielzeit hatten sich viele Zuschauer verwundert die Augen gerieben. Die Gäste aus dem Bergischen spielten keineswegs gut – lagen zur Halbzeitpause allerdings mit zwei Punkten in Front. Das lag daran, dass die Lintforter in den ersten Minuten zwar viel versuchten, dabei aber oft über ihr Ziel hinausschossen. Die Übermotivation nach langer Heimabstinenz war dem Team von Coach Liebke von Beginn an anzumerken. Viele Aktionen wirkten überhastet und erzwungen, den Gästen aus Wuppertal spielte das anfangs in die Karten. Entsprechend konnte sich der BTV nach dem ersten Viertel über eine nicht unverdiente 17:11-Führung freuen, nachdem er zwischenzeitlich mit zwölf Punkten vorne gelegen hatte

Doch bereits im zweiten Abschnitt zeichnete sich langsam ab, in welche Richtung sich die Partie entwickeln würde. Denn die BGL konnte sich mit jeder Offensivaktion von ihren Ketten befreien und ihren Rhythmus aufnehmen. Zwar war der Rückstand bis zur 15. Minute noch um einen weiteren Punkt angewachsen (22:29), doch dann begann Jochen Durdel mit seiner Show. Der 24-jährige, der schon die Vor-Corona-Saison aufgrund einer Handwurzel-Fraktur verpasst, hatte, zeigte endlich wieder seine Spielfreude und brachte die BGL in kürzester Zeit mit einigen gelungenen Dreipunktwürfen in Front.

Zwar konnten die Gäste einen knappen Vorsprung in die Halbzeitpause retten – am grundsätzlichen Trend der Partie sollte sich aber nichts ändern. Die Lintforter kamen motiviert und gestärkt aus der Kabine und dominierten den BTV ab sofort nach Belieben. Allen voran Jochen Durdel, der nun einen „Dreier“ nach dem anderen versenkte. Entsprechend schnell wuchs der Vorsprung des Teams von Coach Tobias Liebke an. Die Gäste aus Wuppertal hatten der nun wie entfesselt aufspielenden BGL nichts mehr entgegenzusetzen. Denn auch in der Defensive hatten die Lintforter nun deutlich zugelegt, ließen keine einfachen Würfe mehr zu und sicherten sich auch die wichtigen Rebounds – ein Manko, dass in der Vorwoche bei der TG Düsseldorf noch zu den Faktoren gezählt hatte, warum die Partie des ersten Spieltags verloren gegangen war.

Doch diese Hypothek beschäftigte am Samstagabend auf Seiten der BGL niemanden mehr. Denn zu sehr hatte man das Spiel gegen den Barmer TV nun im Griff (64:48, 35.). Jochen Durdel traf weiterhin nach Belieben, Mark Sengutta feierte ein solides Comeback nach Krankheit – und auch die spät eingewechselten Jugendspieler der BGL durften sich noch ihren verdienten Applaus für gute Entscheidungen in kniffligen Situationen abholen. Letztlich gelang ein ebenso ungefährdeter wie verdienter Sieg.

„Auch wenn wir in der ersten Halbzeit noch zu kämpfen hatten, bin ich heute rundum zufrieden. Natürlich hätten wir noch viel höher gewinnen können, wenn wir vor der Pause so gespielt hätten wie nach dem Seitenwechsel. Aber es war das erste Spiel seit 20 Monaten vor den eigenen Fans. Und wenn dann plötzlich 250 Menschen auf der Tribüne sitzen, kann das den ein oder anderen neuen schon einmal einschüchtern. Daher absolut kein Vorwurf. Nach der Pause haben wir aber gezeigt, dass wir das klar bessere Team waren. Ein Sonderlob geht an Jochen, der heute gezeigt hat, warum wir ihn in den vergangenen Jahren mehrfach schmerzlich vermisst haben“, so Coach Liebke nach dem Spiel.

Am kommenden Samstag führt der Spielplan die BGL zur BG Aachen – vor der Saison als einer der Aufstiegskandidaten gehandelt, die nun allerdings mit zwei Niederlagen die Spielzeit gestartet ist. „Wir machen uns keine Illusionen, das wird eine richtig schwere Partie“, so Liebke. Zum Wiedersehen mit zwei ehemaligen Lintfortern könnte es zudem kommen, denn zum Aachener Kader zählen inzwischen Gideon Schwich und der gebürtige Moerser Max Middeldorf.

 

BGL: Durdel (18), Feige, Mellmann (beide 15), Krüger (14), Peltz (8), Wittich, Sehovic, Sengutta (alle 2)