Die Vorzeichen für das Spiel gegen die Ruhrbaskets hätten gelinde gesagt, deutlich besser sein können, denn die Liste der Ausfälle war wirklich rekordverdächtig. Ohne Mirac, Luiz, Alex, Linus, Ole und Lasse Lipp fanden sich gerade mal 7 tapfere BGLer im alt ehrwürdigen "Käthe Dom" ein, um den Gastgebern vielleicht trotzdem das ein oder andere Beinchen stellen zu können.
Die Jungs starteten sehr nervös ins Spiel. Vergebene Layups und Turnover prägten das Bild, welches die BGL in den Anfangsminuten ablieferte. Dazu kam auch hier und da ein wenig Pech, wenn man z.B. einen Pass nur fast abfangen konnte und der dann trotzdem irgendwie in Oberhausener Hände gelangte und zum Gegenkorb führte. Aber die Jungs erarbeiteten sich das Glück zurück und besonders Emil sorgte mit guten Aktionen für den Turnaround zur zwischenzeitlichen Führung nach einem 7:0 Lauf der Ruhrbaskets.
Dass das Team alle Unterstützung brauchen würde, wurde schnell klar, denn die Gastgeber spielten zielstrebig, waren immer auf der Höhe und bestraften Fehler gnadenlos. Die Bank feuerte lautstark an, musste aber trotz vollem Einsatz als 6. Mann zusehen, wie die Gäste ein ums andere Mal zu leichten Punkten kamen. Defensiv boten wir einfach zuviel an und die Ruhrbaskets ließen sich nicht zweimal bitten. Julian übernahm jetzt offensiv Verantwortung und hielt uns auf Schlagdistanz. Nach 10 Minuten hieß es 31 : 23 und es war deutlich Luft nach oben im Spiel der BGL.
Jetzt war erstmals deutlich zu spüren, dass die Lintforter Jungs es besser machen wollten und das Lineup funktionierte auch sehr gut. Allerdings fehlte uns das nötige Glück im Abschluss und viele, teils schön herausgespielte Abschlüsse fanden nicht den Weg in den gegnerischen Korb. Das wurde dann im letzten Spielabschnitt vor der Pause aber endlich besser und jetzt ging es Schlag auf Schlag. Leo per up and under, Lasse im Fastbreak und Emil mit einem wahnsinnigen Dreier zur rechten Zeit. Das erste ausgeglichene Achtel machte Mut und so ging es trotz Rückstand (57 : 46) mit dem guten Gefühl in die Pause, dass es noch was werden könnte mit dem erhoften Auswärtssieg. Dazu musste aber alles funktionieren und der Einsatz musste stimmen.
Die Lintforter Jungs kamen mit der richtigen Einstellung und viel Energie aus der Pause. Mit einem "only guards" Lineup fanden die Jungs ins Tempo und wenn es im Fastbreak nicht funktionierte, hatte man Geduld und endlich (!!!!!!!) auch das nötige Spacing, um die Defensive der Gastgeber auseinanderzuziehen. Die BGLer bestraften den nun oft zu großen Abstand in der RuBa Defensive mit sehenswerten 3ern und kamen bis auf 4 Punkte heran.
Das Momentum war nun auf unserer Seite und der Plan war natürlich, genauso weiterzumachen. Was nun passierte, wird in der Teamgeschichte allerdings als das "Achtel aus der Hölle" eingehen und zeigte gnadenlos die Schwächen des Teams auf. Heisst im Klartext: Die Umschaltbewegung von Offensive (wo auf einmal wieder herzlich wenig funktionierte) auf Defense war viel zu langsam und wenn die Gastgeber nicht per Fastbreak abschlossen, waren wir jetzt auch wieder im 1 vs 1 zu schläfrig, zu weit vom Gegner entfernt, oder ließen die Ruhrbaskets ohne Gegenwehr cutten und in Folge per Layup abschließen. Mit 22 : 3 ging das Achtel an die Heimmannschaft und es bestätigte sich die Basketballweisheit, dass Basketball ein Spiel der Läufe ist und dass ein paar schlechte Minuten ein Spiel entscheiden können.
Die Jungs rannten nun natürlich einem großen Rückstand hinterher, aber immerhin rannten sie. Heisst, es wurde alles versucht, um den Turnaround vielleicht doch noch zu schaffen, aber die Ruhrbaskets hatten auf starke Lintforter Phasen immer die richtige Antwort. Besonders der Start des letzten Achtels machte nochmal Mut, als Neo, Julian und Emil 3er regnen ließen, aber der Rückstand war zu groß, als dass es nochmal wirklich kribbbeln sollte. Natürlich ist es am Ende sehr bitter, wenn dich ein Achtel die Möglichkeit auf einen Sieg kostet. Aber aus Niederlagen lernt man und wenn man als Coach, oder jeder Spieler für sich die nötigen Schlüsse zieht und versucht, an Dingen zu arbeiten, hat man zwar keine Punkte für die Tabelle, aber zumindest gute Vorsätze für die nächsten Trainingseinheiten gewonnen.
Heute waren also trotzdem Sieger:
Neo Rothuysen (23), Julian Schubert (21), Emil Mellmann (18), Leonard Heilen (18), Samuel Bujak (5), Lasse Schlieper (4), Jonas Messing



















